Der Bandscheibenvorfall


Rückenschmerzen gehören mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten. Einseitige Tätigkeit sowie Bewegungsmangel führen zu Haltungsschäden und Muskelschwäche, wodurch Rückenbeschwerden begünstigt werden. Ein Bandscheibenvorfall kann auftreten.

1. Ursache des Bandscheibenvorfalls:

Die Bandscheiben sind Pufferscheiben zwischen den Rückenwirbeln, die Stöße und Erschütterungen abfedern. Bei Abnutzung kann Bandscheibenmaterial aus der Bandscheibe treten und zur Einengung von Nervenabzweigungen (Nervenwurzeln), des Rückenmarksschlauches oder des Rückenmarks führen.


2. Beschwerden:

3. Diagnostik:

Durch Erhebung der Krankheitsgeschichte und exakte neurologische Untersuchung kann die Verdachtsdiagnose eines Bandscheibenvorfalls gestellt und eine Höhenlokalisation der vermuteten Störung vorgenommen werden.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch Computertomographie oder Kernspintomographie der Wirbelsäule. Bei einigen Patienten sind zusätzliche Spezialuntersuchungen, wie Kernspintomographie/CT (sofern noch nicht erfolgt), Röntgenaufnahmen oder Myelographie, notwendig.


4. Konservative Therapie:

In geeigneten Fällen, beispielsweise bei leichteren Schmerzen ohne Lähmungen, können konservative Maßnahmen zum Einsatz kommen. Dazu zählen beispielsweise Wärmeanwendungen und die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten. Die Wirbelsäule sollte in der Akutphase möglichst entlastet werden.
Bei stärkeren Schmerzen können Betäubungsmittel direkt in die Nähe des Wirbelkanals bzw. an die kranke Nervenwurzel verabreicht werden (Wirbelsäulenspritze). In geeigneten Fällen kann durch Anwendung des minimal invasiven epiduralen Katheterverfahrens auf eine Operation verzichtet werden.


5. Operative Therapie
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Bleibt nach angemessener konservativer Therapie des Bandscheibenvorfalls die erhoffte Besserung aus, ist eine Operation zu erwägen.

Eine indizierte Operation sollte nicht zu lange aufgeschoben werden, da ansonsten eine Chronifizierung des Schmerzes begünstigt wird und dadurch die Erfolgsaussichten einer späteren Operation verringert werden.

Die Operation ist zwingend und dringlich erforderlich, wenn ein durch Druckwirkung bedingtes Cauda-Syndrom (Blasen-/Mastdarmstörungen, Störungen des Reithosenbereichs) besteht.