Periradikuläre Therapie (PRT) - Wirbelsäulenspritze

zur Behandlung stärkerer Rückenbeschwerden und ausstrahlender Schmerzen

 

Ursache von Wirbelsäulenleiden

Bandscheibenvorfälle, Einengungen des Wirbelsäulenkanals oder der Nervenaustrittslöcher, Segmentinstabilität, Verwachsungen nach vorangegangenen Operationen oder nach chronischen Entzündungen verursachen an den dort vorbeiziehenden Nerven  Entzündungsreaktionen und Schwellung (Ödem). Schmerzen werden durch das Zusammenwirken dieser  Faktoren verstärkt. Die Schmerzen strahlen oft, entsprechend dem Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven, in Arme und Beine aus. Zusätzlich können Gefühlsstörungen und Lähmungen auftreten


Indikation für die periradikuläre Therapie (PRT)

Bei Patienten mit Kreuzschmerzen und verspannter Rückenmuskulatur oder Schmerzen, die einer bestimmten Nervenwurzel zugeordnet werden können,  kann die Verabreichung einer Schmerzspritze in die unmittelbare Nähe des Austritts der Nervenwurzel an der Wirbelsäule sinnvoll sein. Gerade bei chronischen Wirbelsäulenbeschwerden aber auch bei akuten Schmerzen kann durch dieses relativ nebenwirkungsarme Verfahren oft eine gute Linderung der Beschwerden erreicht werden.


Durchführung der periradikulären Therapie (PRT)

Es wird ein langwirksames Lokalanästhetikum, abhängig vom Fall auch in Kombination mit einer abschwellend/entzündungshemmend wirkenden Substanz appliziert. 
Beim auf der Seite liegenden oder am sitzenden Patienten  wird diese Medikamenten-Mischung mit einer Kanüle in die unmittelbare Nähe der betroffenen Nervenwurzel wirbelsäulennah gespritzt.

Je nach Erfordernis, kann die Spritze an der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule erfolgen.

Anschließend erfolgt die Überwachung einiger Kreislaufparameter  für etwa 30 Minuten. Während dieser Zeit kann bereits die Wirkung der Wirbelsäulenspritze beurteilt werden.  

Abhängig vom Verlauf kann eine mehrfache Wiederholung dieser Therapie in den folgenden Wochen/Monaten sinnvoll sein.

Die verabfolgten  Medikamente führen zu einer Entspannung der verkrampften Rückenmuskulatur und zur  Abschwellung des Gewebes. Sie wirken entzündungshemmend und bewirken sekundär eine Verbesserung der Durchblutung. Eine Entlastung der geschädigten Nervenwurzel  mit Abnahme der Schmerzsymptomatik kann erreicht werden.


Vorteile der periradikulären Theraie (PRT)

Im Allgemeinen bessern sich die Schmerzen bereits nach der ersten Injektion für mehrere Stunden, oft auch für einige Tage. Wenn es gelingt, den Teufelskreis "Schmerzen - Anspannung der Muskulatur - Schmerzen" zu durchbrechen ist eine längerfristige Besserung der Schmerzen möglich.

Durch diese mininmal invasive und wenig belastende Behandlung kann bei bestimmten Krankheitsbildern ein ansonsten erforderlicher größerer (operativer) Eingriff vermieden werden.

Der Vorteil der wirbelsäulennahen Spritze im Vergleich zu Medikamenten oder einfachen Spritzen liegt darin, dass die Medikamente in die unmittelbare Nähe des Schmerz-Geschehens injiziert werden  können und dadurch in hochwirksamer Konzentration stärker wirken, ohne den Gesamtorganismus wesentlich zu belasten. 

Eine weitere Steigerung der Wirksamkeit kann durch die Durchführung des so genannten "epiduralen Katheterverfahrens" erreicht werden. Bei dieser Methode werden die Medikamente über einen in den Wirbelsäulenkanal/Epiduralraum geschobenen Katheter injiziert. Selbstverständlich kann eine epidurale Behandlung auch ohne Katheter in Form einer direkten Injektion in den Epiduralraum erfolgen.


Weiteres Verhalten bei Rückenschmerzen

Es sollte  eine Übungsbehandlung mit langsam ansteigender Belastung erfolgen, die eine Stärkung der Rückenmuskulatur zum Ziel hat. Wärmeanwendungen, Spaziergänge, Fahrrad fahren sowie Schwimmen in mindestens 28 Grad warmen Wasser wirken sich oft günstig auf den weiteren Krankheitsverlauf aus. 

Die Wirkung der Wirbelsäulenspritze kann durch Schmerzmedikamente, die zusätzlich eingenommen werden, unterstützt werden.
 

Komplikationen

Von mir wurden bereits über Zehntausend periradikuläre Injektionen praktisch ohne schwerwiegende Komplikationen verabreicht. Dennoch sollten Nebenwirkungen und Komplikationen nicht unterschätzt werden.

Es wird angeraten, dass der  Patient  zumindest nach der Erstanwendung der Spritze nach Hause begleitet wird. Zur Sicherheit sollte nach jeder Anwendung auch bei völligem Wohlbefinden nicht selbst Auto gefahren werden.
Sofern  Sie weitere Fragen haben, können diese gern im persönlichen Gespräch geklärt werden
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